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Auf historischem Grund
Die Räumlichkeiten der Bodega liegen auf dem Grund des
Mainzer „Tempelhofes“: einer Niederlassung von Rittern des
Templer-Ordens, der 1118/1120 in Jerusalem gegründet wurde und
dessen Mitglieder sich als Kreuzritter dem Kampf für das
Christentum verschrieben hatten.
Vermutlich ab der 2. Hälfte des 12. Jahrhunderts befand
sich am Ort die Residenz eines so genannten „Komturs“, eine
„Komturei“ oder „Kommende“, deren Anwesen sich
auf einem ansehnlichen Areal zwischen Holzstraße,
Kapuzinerstraße und Ignazgäßchen erstreckte. Es
handelte sich um einen großen, burgartig befestigten Gutshof, von
dem die in der Bodega sichtbare Natursteinmauer bis zum heutigen Tag
ein eindrucksvolles Zeugnis abgibt. In den geräumigen Scheunen und
Kellern wurden die Erträge aus den umliegenden Templer-Gütern
eingelagert, wobei ein Drittel des erwirtschafteten Gewinns für
die Finanzierung der Kriege im Heiligen Land abgeführt werden
musste. Äußerst verkehrsgünstig an einem Knotenpunkt
wichtiger Fernstraßen gelegen (der heutige „Graben“),
hatte der Tempelhof zudem die Aufgabe, reisende Ordensmitglieder und
Pilger aufzunehmen und zu versorgen.
Nachdem sich die Ritter des
Templer-Ordens bereits ab 1307 des Vorwurfs der Ketzerei und
Gottesleugnung erwehren mussten, sah sich der Templer-freundliche
Mainzer Erzbischof Peter im Jahre 1310 auf Anordnung des Papstes
gezwungen, auch die Mainzer Tempelritter einer Untersuchung zu
unterziehen. Auf der u.a. zu diesem Zwecke einberufenen Synode
erschienen zwanzig kampferprobte Brüder unter Führung ihres
Komturs, des Wild- und Rheingrafen Friedrich auf Grumbach bei
Meisenheim, Waffen klirrend im Kapitelsaal des Mainzer Domes und
verliehen damit ihrem Protest gegen die Maßnahmen
äußerst wirkungsvollen Ausdruck. 1311 wurden die Mainzer
Tempelritter schließlich frei gesprochen – im Gegensatz zu
vielen ihrer Ordensbrüder besonders in Frankreich, die der Folter
und dem Tod auf dem Scheiterhaufen ausgesetzt waren.
Letztendlich befahl Papst Clemens
V. 1312 die Auflösung des Templer-Ordens und die Beschlagnahmung
aller seiner Güter. So ging der Mainzer Tempelhof im Jahre 1314 in
den Besitz des Johanniter-Ordens über. In den folgenden Jahren
wechselte das Anwesen dann noch mehrfach den Besitzer, bevor es am Ende
des 15. Jahrhunderts unbewohnt dem Verfall preisgegeben war. Im
17. Jahrhundert war das Gelände schließlich in mehrere
Parzellen aufgeteilt worden, in denen Handwerker ihrem Beruf
nachgingen. Bezeichnenderweise dienten die Räume der Bodega bis zu
ihrem Umbau zu einer Gaststätte im Jahre 1979 einem Schlosser als
Werkstatt.

Quellen
- Alois Gerlich. Der Tempelhof zu Mainz, in: Mainzer Almanach
1960, 159 – 166
- Ludwig Falck. Mainz in seiner Blütezeit als freie
Stadt (1244 bis 1328). Geschichte der Stadt Mainz III, Düsseldorf
1973, bes. Seite 15 – 16
- Bilder: http://www.die-templer.de/ und
http://www.augustinus.de/
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