Logo der Bodega in Mainz
Nachdem sich die Ritter des Templer-Ordens bereits ab 1307 des Vorwurfs der Ketzerei und Gottesleugnung erwehren mussten, sah sich der Templer-freundliche Mainzer Erzbischof Peter im Jahre 1310 auf Anordnung des Papstes gezwungen, auch die Mainzer Tempelritter einer Untersuchung zu unterziehen. Auf der u.a. zu diesem Zwecke einberufenen Synode erschienen zwanzig kampferprobte Brüder unter Führung ihres Komturs, des Wild- und Rheingrafen Friedrich auf Grumbach bei Meisenheim, Waffen klirrend im Kapitalsaal des Mainzer Domes und verliehen damit ihrem Protest gegen die Maßnahmen äußerst wirkungsvollen Ausdruck. 1311 wurden die Mainzer Tempelritter schließlich frei gesprochen - im Gegensatz zu vielen ihrere Ordensbrüder besonders in Frankreich, die der Folter und dem Tod auf dem Scheiterhaufen ausgesetzt waren.
Letztendlich befahl Papst Clemens V. 112 die Auflösung des Templer-Ordens und die Beschlagnahmung aller seiner Güter. So ging der Mainzer Tempelhof im Jahre 1314 in den Besitz des Johanniter-Ordens über. In den folgenden Jahren wechselte das Anwesen dann noch mehrfach den Besitzer, bevor es am Ende des 15. Jahrhunderts unbewohnt dem Verfall preisgegeben war. Im 17. Jahrhundert war das Gelände schließlich in mehere Parzellen aufgeteilt worden, in denen Handwerker ihrem Beruf nachgingen. Bezeichnenderweise dienten die Räume der Bodega bis zu ihrem Umbau zu einer Gaststätte im Jahre 1979 einem Schlosser als Werkstatt.

Quellen: Alois Gerlich - Der Tempelhof zu Mainz, in: Mainzer Almanach 1960, 159-166
Ludwig Falck - Mainz in seiner Blütezeit als freie Stadt (1244 bis 1328) Geschichte der Stadt Mainz III, Düsseldorf 1973, bes. Seite 15-16
http://www.die-templer.de/


Von Mario und Silke Hoffmann

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